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Pädagogische Balint-Gruppen (U. Baer)

Qualifizierung von Lehrer/innen zu zertifizierten Leiter/innen

Sind Sie als engagierte Lehrerin bzw. engagierter Lehrer tagtäglich mit belastenden schulischen Situationen und problembeladenen Schüler/innen konfrontiert? Und sind Sie auch der Überzeugung, dass für Sie und Ihre Kolleg/innen, denen die Förderung und Bildung dieser Ihnen anvertrauten Kinder ein Anliegen ist, dringend Unterstützungsangebote vonnöten sind?

Dann sind vielleicht gerade Sie die Person, die sich darin qualifizieren möchte, diese  Unterstützungsangebote wirksam anzubieten. An Sie richtet sich unser Angebot der Qualifizierung von Lehrer/innen zu Leiter/innen von „Pädagogischen Balint-Gruppen (U. Baer)“, welches wir in Kooperation mit dem Pädagogischen Institut Berlin (PIB) durchführen.

Was sind "Pädagogische Balint-Gruppen (U. Baer)"?

Das Konzept der Pädagogischen Balint-Gruppen (U. Baer) wurde im Pädagogischen Institut Berlin (PIB) entwickelt und unter der Leitung von Dr. Udo Baer in Zusammenarbeit mit Schulleitungen und Lehrerkollegien erfolgreich erprobt. Den Namen des ungarischen Psychiaters und Psychoanalytikers Balint haben wir in unser Angebot eingebunden, weil er der Initiator von Kleingruppen war, in denen sich Ärzt/innen und Psychotherapeut/innen regelmäßig trafen, um unter der Leitung von dafür ausgebildeten Kolleg/innen über problematische Patient/innen zu sprechen. Seit Jahrzehnten bewährt sich dieses Angebot als Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch, zur Entlastung, zur Klärung von Beziehungsthemen und zur kollegialen Fortbildung. Mit unseren Pädagogischen Balint-Gruppen (U. Baer) greifen wir diesen Grundgedanken auf und entwickelten ihn für den Kontext pädagogischer Arbeit in Schulen.

Anlass zur Konzeptentwicklung und Durchführung von Pädagogischen Balint-Gruppen (U. Baer) war die Beobachtung, dass in den Schulen die Anzahl von belasteten Kindern mit herausforderndem Verhalten steigt. Häufig zeigen diese Kinder massive Bindungsstörungen. Ihnen pädagogisch sinnvoll zu begegnen, bedarf eines besonderen Rüstzeugs. Dazu ist einerseits ein diagnostisches Verständnis für diese Kinder und ihre Lebensumwelt notwendig, das über das Verständnis und die Förderung von deren Lernfähigkeiten und Lernkompetenzen hinausgehen muss. Ferner bedarf es einer besonderen Kompetenz pädagogischer Beziehung und Interaktion. Hier benötigen Lehrer/innen der Unterstützung, die über die bisherigen Fortbildungsangebote hinausgeht. Mit dem Instrument der „Pädagogischen Balint-Gruppen (U. Baer)“ verfolgen wir unser Anliegen, eine Form der Begleitung von Lehrer/innen in den schulischen Alltag zu implementieren, die Entlastung mit Qualifizierung verbindet.

Nicht noch mehr Druck, noch mehr Anforderungen durch noch mehr Erwartungen an eigentlich Unleistbares soll Inhalt und Ziel des kollegialen Austausches sein, sondern Wertschätzung des professionell und persönlich Leistbaren, auch als Maßnahme zur Vorbeugung von Burn-out. Unsere Erfahrung zeigt, dass dazu die Erweiterung des Kompetenzerwerbs in der Einschätzung problematischer Schüler/innen durch Einbeziehung biografischer Faktoren und außerschulisch entstandener Komponenten, z. B. Bindungsstörungen, dienlich ist.

Die Fortbildung ist ein Qualifizierungsangebot für Lehrer/innen für die Leitung von Pädagogischen Balint-Gruppen (U. Baer).

Sollten Sie bereits eine Zusatzqualifikation im Bereich Supervision, Therapie oder in anderweitig beziehungsorientierten pädagogischen Methoden haben, so wäre das erfreulich, nicht aber Bedingung zur Teilnahme.

Modul A: sechs zweitägige Seminare in ca. einem Jahr mit folgenden Themen:

  • Bindung, Bindungsstörungen und die Folgen im schulischen Alltag, Spürende Begegnungen, Praxistraining
  • Trauma, transgenerative Traumata, Leere-Erfahrungen und die Folgen im schulischen Alltag, Wirksamkeitsangebote, Praxistraining
  • Herausforderndes Verhalten, Resonanzen, Praxistraining,Tridentität und Lehrer-Schüler-Beziehungsstörungen
  • Autismus, Mutismus und andere Störungen
  • Praxistraining und Supervision
  • Psychische Störungen der Eltern, auch Suchterkrankungen, und Auswirkungen auf Schüler/innen und Schule, Praxistraining und Supervision

 

       Für jedes Seminar gilt:

  • Modelle zum Verständnis der Prozesse von Schüler/innen und schulischer Probleme und Konflikte
  • Modelle zur Intervention in den Pädagogischen Balint-Gruppen
  • Praktische Demonstrationen und Übungen, Leitungstraining

 

Modul B: Begleitete Praxis, zwei Seminare, Praxisanalyse, Kolloquium

Jede/r Teilnehmer/in führt eine Pädagogische Balint-Gruppe (U. Baer) mit mindestens fünf Einheiten (über ein halbes Schuljahr) an einer Schule durch (möglichst nicht an der eigenen Schule). Wir unterstützen dabei, Praxis-Möglichkeiten zu suchen oder zu schaffen.

Diese Praxis wird durch zwei Seminare begleitet, in denen die Arbeit supervidiert und fehlendes Wissen ergänzt wird. Die Teilnehmenden werden in ihren Praktika beraten.

Jede/r Teilnehmer/in erstellt eine Praxisanalyse einer Einheit der eigenen „Pädagogischen
Balint-Gruppe (U. Baer)“. Modul B wird mit einem Kolloquium abgeschlossen.

Ausführliche Informationen zur Fortbildung:

 

 

 

 

  • Die Kosten setzen sich zusammen aus einer Anmeldegebühr in Höhe von 240,- € sowie 18
    monatlichen Raten à 135,- €.
    Darin enthalten sind die Seminargebühren, die Praxisberatung während der Praktika, das Abschlusskolloquium sowie die Skripte.
    (Bitte beachten Sie, dass die Gebühren für etwaige Pflichtlektüren in diesen Kosten nicht enthalten sind.)
  • Bei Rücktritt beachten Sie unsere AGB

Das Pädagogische Institut Berlin (PIB) tritt dafür ein, innovative Ansätze pädagogischer Hilfen für Kinder und Jugendliche zu entwickeln, zu fördern und zu verbreiten. Es richtet sich in erster Linie an pädagogische und erzieherische Fachkräfte, aber darüber hinaus auch an alle, die sich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen engagieren. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, was alle Kinder und Jugendliche brauchen, um sich seelisch gesund zu entwickeln. Ebenso geht es darum, psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter vorzubeugen bzw. um eine entsprechende, niederschwellige Krisenintervention, wie sie auch Pädagog/innen leisten können. Da es davon ausgeht, dass sämtliche pädagogische Prozesse nur im gegenseitigen Vertrauen und respektvollen Umgang miteinander gelingen, konzentrieren es sich insbesondere auf die Förderung von Beziehungskompetenz sowohl auf Seiten der Pädagog/innen wie der Schüler/innen. 

Der Ansatz, den das PIB zusammen mit Lehrer/innen, Erzieher/innen und anderen pädagogischen Fachkräften weiterentwickeln will, stützt sich zum einen auf die Bindungstheorie (Bowlby, Grossmann, Brisch) und auf die über Jahre hinweg in vielen Bereichen erfolgreich eingesetzte Kreative Leibtherapie (Udo Baer, Gabriele Frick-Baer) und leiborientierte Entwicklungspsychologie.

 

Nähere Informationen erhalten Sie hier: www.paedagogisches-institut-berlin.de

Abschluss:

Die Fortbildung schließt mit einer Praxisanalyse und einem Kolloquium ab. Die Teilnehmenden
erhalten bei erfolgreicher Teilnahme an allen Bestandteilen ein Zertifikat, das sie zur Leitung von „Pädagogischen Balint-Gruppen (U. Baer)“ berechtigt.

Termine

Datum
Veranstaltung
Typ
Ort
Dozent/in

Kinder und Würde — ein Blog von Dr. Udo Baer und Dr. Claus Koch

Auf www.kinder-und-würde.de erscheinen regelmäßig Beiträge rund um das Thema "Kinder und Würde". Die Form reicht von Kommentaren, nützlichen Methoden oder Hintergrundanalysen bis zu Literaturtipps und Buchauszügen. Vor allem finden Sie viele konkrete Hilfen für Menschen, die Kindern arbeiten. Hauptautoren sind Dr. Udo Baer und Dr. Claus Koch.

Lesen Sie doch gleich mal rein!       zum Blog