Slogan der Zukunftswerkstatt: Wenn Worte alleine nichtreichen
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FAQ

Was bedeutet "Leibtherapie"?
Der Fluss der Kreativen Leibtherapie und seine Quellen

Was bedeutet "Leibtherapie"?

Mit Leib und Seele ...
Bestimmte Richtungen der Philosophie und Therapie haben den Begriff „Leib“ geprägt, dessen indogermanischer Wortstamm „lib“ die Bedeutung von „lebendig“, „Leben“ und „Erleben“ hat. "Leib" bezeichnet den sich und andere erlebenden Menschen und dies ist die Grundlage aller kreativen und therapeutischen Prozesse.

Bei der Kreativen Leibtherapie werden kreativ-therapeutische Methoden verbunden mit Modellen der Leibphilosophie, humanistischen Psychologie und der Säuglings- und Hirnforschung. Unser Schaubild zeigt die Quellen im Überblick.

 

Was unterscheidet die Aus- und Fortbildungen der Zukunftswerkstatt von denen anderer Institute?

Was unterscheidet die Aus- und Fortbildungen der Zukunftswerkstatt von denen anderer Institute?

Statt zu vergleichen, zählen wir lieber vier Kernpunkte auf, die – vor allem auch nach den Rückmeldungen vieler Teilnehmer/innen – Charakteristika und Herz unseres Angebots sind. Sie mögen Ihnen vielleicht dabei helfen, die Unterschiedlichkeiten selbst herauszufinden.

Der erste Kernpunkt ist: Es geht um das Erleben beim Musizieren, nicht um den „richtigen“ Ton. Es geht darum, eine Bewegung aus dem inneren Erleben z. B. eines Gefühls heraus auszudrücken, und nicht darum, das Gefühl „richtig“ darzustellen. Es geht darum, die inneren Bilder des Erlebens auszudrücken, und da können die Blätter rosa und der Baumstamm gelb sein – unabhängig von Farbenlehre oder „richtiger“ Wiedergabe. Es geht uns bei der medialen Arbeit nie um richtig oder falsch, für uns zählen der Tanz und die Bewegung, die Musik und die Kunst immer als Weg, für das eigene Erleben einen Ausdruck zu finden und damit in Kontakt zur Welt zu treten. Wir schlagen den Klient/innen Experimente vor. Jeder künstlerische Ausdruck, jede musikalische Improvisation, jede Aufforderung zum Tanz ist ein Experiment mit offenem Ausgang, bei dem weder die Therapeut/innen noch die Klient/innen wissen, was dabei im Prozess der Erlebens geschehen wird. Die Therapeut/innen müssen zwar auf Grund ihrer Fachkompetenz die Menschen, mit denen sie arbeiten, begleiten, halten, auffangen und fordern können und sie müssen wissen, wann sie wem welches Experiment vorschlagen, aber sie wissen nicht, wie sich das Erleben während der kreativen Aktion entwickeln wird. Offen zu werden für neues Erleben, darauf kommt es an, nicht darauf, richtig oder falsch zu sein.

Der zweite Kernpunkt ist die Klient/innenkompetenz. Damit bezeichnen wir unsere therapeutische Grundhaltung, dass letzten Endes nur die Klient/innen kompetent für ihr Erleben und ihr Leben sind. Das Erleben ist eine subjektive Angelegenheit und individuell äußerst verschieden. Wir wollen Menschen nicht über einen Kamm scheren, sondern suchen das Unverwechselbare, das Individuelle, das Besondere in jeder Klientin, jedem Klienten. Allzu oft wurden diese schon geschoren, als dass es in der Therapie wieder geschehen dürfte. Das Erleben ist individuell einzigartig. Kompetenzen darin, es zu erfassen und zu verändern, haben die Klient/innen. Das ist keineswegs nur ein abstrakter Hinweis, sondern hat weitgehende praktische Konsequenzen. Unter anderem die Konsequenz, dass wir nicht deuten: weder die Musik, noch die Farben, noch die Körpersprache, noch sonst irgendwas. Selbst wenn z. B. bewiesen wäre, dass Blau für 70% der Bevölkerung die Bedeutung von Ruhe hat – wir arbeiten nicht mit der „Bevölkerung“, sondern mit einzelnen Menschen. Wir wüssten ohnehin nicht, ob die Klientin oder der Klient zur Mehrheit oder Minderheit gehört. Deswegen sind solche Aussagen vielleicht kulturgeschichtlich interessant, für die Therapie aber nicht. Die Klient/innen und nur die Klient/innen wissen bzw. können herausfinden, was das Blau auf ihrem Bild in ihrem Erleben bedeutet.
Klient/innenkompetenz heißt nun nicht, dass die Aufgabe der Therapeut/innen weniger wichtig wäre. Wir müssen Formen des Dialoges finden und Wege anbieten, den Klient/innen zu helfen, die eigenen Kompetenzen schrittweise wiederzuentdecken. Wir helfen, die manchmal zart erblühenden Neigungen und Impulse des eigenen Erlebens ernst zu nehmen und in Taten umzusetzen, ihnen gebührend Raum zu schenken und sie zu stärken. Wir müssen Brücken bauen, die erlebnisöffnend sind, und haben dazu eine Vielzahl von Methoden entwickelt. Wir sind wichtig als Partner und Partnerinnen der Resonanz, des Dialoges. All das bedarf einer gründlichen Ausbildung.

Der dritte Kernpunkt besteht darin, dass die Aus- und Fortbildungen praxisnah sind. Kreative Therapie ist eine praktische Tätigkeit. Deswegen ist die Fortbildung durch und durch praxisorientiert. In jedem Seminar lernen Sie Methoden der Tanz- und Bewegungs-, Musik- und Kunsttherapie kennen und probieren sie praktisch aus. In Seminar 6 der Basics-Ausbildungen und in den Übungsseminaren der Werkstatt werden u. a. mit Hilfe der von uns entwickelten Methode der Sensomotorischen Simulation realitätsnahe Aufgabenstellungen geübt. In allen Seminaren ist der Transfer in die Praxis Thema. In einem Praktikum sollen Sie während der kreativ-therapeutischen Ausbildungen Ihre erworbenen Fähigkeiten umsetzen und die dabei entstandenen Fragen und Probleme in die Ausbildung einbringen.
Die Praxisbetonung bedeutet nicht, dass wir die Theorie gering schätzen (das können Sie auch unseren Fachveröffentlichungen entnehmen). In den Theorieseminaren der kreativ-therapeutischen und der psychotherapeutischen Ausbildung steht sie im Mittelpunkt, in die anderen Seminare fließt sie ein. In den Peergroups werden Skripte, Artikel und Bücher durchgearbeitet. Die theoretischen Modelle sind wichtig, um die Praxis zu verstehen und um sich an ihnen in der Praxis zu orientieren.

Und schließlich der vierte Kernpunkt: Therapie ist Beziehung und heilt durch Resonanz. Nach unserer Erfahrung und unserem Verständnis sind Menschen, die wie Therapeut/innen nah mit Menschen arbeiten, beteiligt, berührt, betroffen. Von den Klient/innen schwingen z. B. Gefühle, Empfindungen, Stimmungen zu den Therapeut/innen hinüber, das nennen wir Resonanz. Diese Resonanz ist nichts Schlechtes, das durch Distanz vermieden werden muss und, wenn das nicht gelingt, in der Supervision „weggemacht“ werden muss. Diese Resonanz ist sogar zwingend notwendig, um einen Zugang zu Klient/innen zu finden, die sonst nicht mehr zugänglich sind. Und die meisten Klient/innen wollen auch, dass etwas zurückschwingt, dass sie nicht in der Leere der Resonanzlosigkeit gelassen werden, wie dies viele von ihnen in ihrer Lebensgeschichte als krankmachend erfahren haben. Wer lernt, tanz- und bewegungs-, musik- und kunsttherapeutisch zu arbeiten, lernt, über den Tanz und die Bewegung, über die Musik, über die Kunst und selbstverständlich auch über das Wort mit Klient/innen in Beziehung zu treten, Resonanz zuzulassen und für Heilungsprozesse zu nutzen. Dazu gehört auch zu lernen, sich bei manchen Menschen bzw. in manchen Situationen mit der Resonanz zurückzuhalten. Dazu gehört auch, seinen Weg zu finden, mit überfordernden Echos, die Klient/innen hervorrufen, umzugehen und für sich zu sorgen. Selbstverständlich. Doch Therapie, die nicht Beziehung und Resonanz zur Grundlage hat, finden Sie bei uns nicht.
Für die Arbeit mit der Beziehung und Resonanz haben wir verschiedene besondere Modelle und Methoden entwickelt ( insbesondere Tridentität und Resonanzebenen, -muster, -aspekte), die wir in den Aus- und Fortbildungen vermitteln.

Wer kann teilnehmen?

Wer kann teilnehmen?

An den Basics-Ausbildungen können alle teilnehmen, die sich für Tanztherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie und Kreative Kinder- und Jugendlichentherapie interessieren und sie kennen lernen und vielleicht in ihrem Beruf nutzen wollen. Wenn Sie ausprobieren wollen, wie wir arbeiten und ob eine dieser Ausbildungen etwas für Sie ist, besuchen Sie bitte eines unserer Orientierungsseminare.

Unsere Ausbildungen richten sich an Menschen, die die vielfältigen Möglichkeiten des Tanzes, der Musik und der Kunst in ihre sozialen, pädagogischen, pflegerischen und sonstigen beruflichen Tätigkeiten integrieren wollen.
Die kreativ-therapeutischen Ausbildungen der Stufe 2 sind konzipiert für Sozialpädagog/innen, Sozialarbeiter/innen, Pädagog/innen, Ärzt/innen, Psycholog/innen, Erzieher/innen, Ergotherapeut/innen, Krankenschwestern und Krankenpfleger, Krankengymnast/innen, Sport- und Gymnastiklehrer/innen, Altenpfleger/innen und Angehörige verwandter Berufe. Teilnehmen können auch Tänzer/innen, Musiker/innen und Künstler/innen, wenn sie über genügend Erfahrung in der Arbeit mit anderen Menschen verfügen. Sollten Sie einer anderen Berufsgruppe angehören, werden wir mit Ihnen Sonderregelungen über eine soziale Anbindung an ein Praxisfeld vereinbaren, um fehlende Berufserfahrung auszugleichen. Darüber, ob Sie in der therapeutischen Ausbildung am richtigen Platz sind, entscheidet letztendlich die Stufe 1, die Basics-Ausbildung.

Die psychotherapeutische Aufbaufortbildung Kreative Leibtherapie setzt eine mindestens 2 ½-jährige therapeutische Ausbildung voraus. Diese besteht oft in den Stufen 1 und 2 der kreativ-therapeutischen Ausbildungen der Zukunftswerkstatt therapie kreativ. Aber auch Therapeut/innen, die ihre Grundausbildung an anderen Instituten absolviert haben, können in der Stufe 3 „einsteigen“.
Das gilt auch für Stufe 2. Unser Ausbildungssystem ist flexibel und durchlässig. Über die genauen Bedingungen des Bewerbungsverfahrens informieren Sie sich bitte in den Informationstexten der jeweiligen Ausbildungen.

Unsere einjährigen Fachfortbildungen setzen in der Regel eine mindestens zweijährige therapeutische Ausbildung voraus, bei der Zukunftswerkstatt oder anderen Instituten.

Werden die Abschlüsse allgemein anerkannt?

Werden die Abschlüsse allgemein anerkannt?

Es gibt außer bei der Psychologischen und Ärztlichen Psychotherapie und einzelnen universitären Abschlüssen, die in der Regel Aufbaustudiengänge sind, keinerlei staatliche Regelungen für psychotherapeutische Abschlüsse. Entscheidend für die Akzeptanz der Abschlüsse sind:

die Kompetenzen, die Sie erworben haben (darin unterstützen wir Sie nach Kräften),

  • die Bekanntheit und Beliebtheit der therapeutischen Richtung bei der Einrichtung, bei der Sie sich bewerben (das hängt von vielen Zufällen ab, z. B. davon, wo die leitenden therapeutischen Fachkräfte ihre Ausbildung absolviert haben),
  • die Möglichkeit, sich therapeutischen Fachverbänden anzuschließen (ist bei unseren Ausbildungen gegeben),
  • der Ruf des Ausbildungsinstituts und der in ihm vertretenen therapeutischen Richtung (die Zukunftswerkstatt therapie kreativ bildet seit 1987 aus und publiziert erfolgreich in mehreren Fachbüchern).
Muss ich tanzen, malen, musizieren können ?

Muss ich tanzen, malen, musizieren können ?

Nein - wenn Sie damit das technisch ausgereifte oder gar perfekte Tanzen, Malen oder Musizieren meinen. Ja – in dem Sinne, dass Sie sich in dem Medium Ihrer Wahl so „zu Hause fühlen", dass Sie Ihrem Inneren, Ihren Eindrücken, Gefühlen, Impulsen, Empfindungen, Vorstellungen usw. damit Ausdruck geben und damit mit anderen Menschen in Resonanz gehen können. Auch das sollen Sie nicht „können“ (schließlich wollen Sie ja in der Ausbildung noch etwas lernen), aber die Grundlagen müssen da sein, ein Boden, auf dem in der Ausbildung aufgebaut werden kann.
Ausprobieren können Sie dies im Orientierungsseminar. Dort geben wir Ihnen auch entsprechende Rückmeldungen. Im Orientierungsseminar stellen die Teilnehmer/innen gelegentlich auch Überraschendes fest, u. a. dass sie in einem Bereich (z. B. der Kunst) gut ausgebildet sind, aber in einem anderem Bereich (z. B. der Musik) viel besser, unmittelbarer, leidenschaftlicher in lebendigen Kontakt gehen können.

Kann ich auch teilnehmen, wenn ich noch nicht weiß, was ich damit machen will?

Kann ich auch teilnehmen, wenn ich noch nicht weiß, was ich damit machen will?

Ja. Viele, die an den Ausbildungen teilnehmen, haben klare Ziele oder kraftvolle Visionen. Etliche wissen nur, dass sie anders arbeiten wollen, kreativer, lebendiger, sich und andere ernst nehmender. Und manche entscheiden sich für eine berufsbegleitende Aus- oder Fortbildung nicht nur, weil sie Interesse an etwas Neuem haben, etwas ausprobieren möchten oder ihre Arbeit noch qualifizierter gestalten wollen, sondern weil sie unter ihrer beruflichen Situation leiden. »Burn out« heißt ein Schlagwort dazu. Ausgebrannt sein ist ein schreckliches Bild für Menschen, die in einem sozialen Beruf arbeiten und damit unzufrieden sind, sich in einer Sackgasse fühlen.

Tatsächlich leben viele, die sich in ihrer beruflichen Praxis verstimmt bis verzweifelt über die Jahre retten, in ihrem privaten Bereich auf mehr oder weniger großen Inseln, die ihnen Genugtuung und Befriedigung geben. Die Arbeit mag erlebt werden wie ein tägliches Grau-in-Grau, zu Hause wartet dann vielleicht die Aquarellkreide, die afrikanische Trommel, die Rock'n Roll-Band, das Tangokleid, das Tagebuch oder der Holzblock mit Hammer und Beitel. Ohne die Hilfe einer Ausbildung gelingt es oft nicht, die kreativen Potenziale, die in jedem Menschen schlummern, mit zur Arbeitsstelle, mit in die Arbeit hinein nehmen zu können. Vielen Teilnehmer/innen unserer Aus- und Fortbildungen gelingt die Verbindung von Hobby und Beruf, Sehnsucht und Profession, Geldverdienen und Kreativität. Wie diese Verbindung konkret aussieht, das braucht und hat Zeit, das muss sich entwickeln, das wird sich während der Ausbildungszeit herauskristallisieren.

Und wenn ich nicht weiß, ob ich mich für Tanz oder Musik oder Kunst entscheiden soll ?

Und wenn ich nicht weiß, ob ich mich für Tanz oder Musik oder Kunst entscheiden soll ?

Dann entscheiden Sie sich, einen kostenlosen Schnuppertag in Ihrer Nähe zu besuchen. Dort haben Sie die Gelegenheit die Arbeitsweise der Zukunftswerkstatt unverbindlich kennen zu lernen. Wir beantworten dort gerne Ihre Fragen und unterstützen Sie darin herauszufinden, welche kreative Richtung am besten zu Ihnen passt.

Vor Beginn einer Ausbildung empfehlen wir außerdem, erst an einem eintägigen Einführungsseminar teilzunehmen. Dort werden im Überblick die Methoden der jeweiligen Ausbildung vorgestellt und Sie haben Gelegenheit, vorab andere Interssent/innen "Ihrer" Gruppe kennen zu lernen. Das Seminar wird in der Regel von der Dozentin/dem Dozenten geleitet, die/der auch die anschließende Ausbildung leitet.

Wie viel Selbsterfahrung, wie viel Therapie ist in der Ausbildung enthalten?

Wie viel Selbsterfahrung, wie viel Therapie ist in der Ausbildung enthalten?

Die ganze Ausbildung ist im weitesten Sinn Selbsterfahrung. Die Teilnehmer/innen probieren alle wichtigen Methoden und Konzepte der Tanz-, Musik-, Kunsttherapie selbst aus, erfahren sie „am eigenen Leibe“. Auch wenn sie sich in der Rolle der Therapeutin, des Therapeuten üben, erfahren sie sich auf vielfältige Weise selbst.
Selbsterfahrung und Therapie sind also notwendiger Bestandteil der Ausbildung. Wer mit anderen Personen arbeitet, die in ihrer Kommunikationsfähigkeit gestört sind, bedarf einer hohen Fähigkeit der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Das „Arbeitsinstrument“, über das die Therapeutin, der Therapeut unmittelbar verfügt, ist die eigene Person. Nur wer dieses Instrument mit seinen Wahrnehmungs- und Kontaktmustern und seinem kreativen Potenzial kennt und erleben kann, kann im therapeutischen Prozess dem Gegenüber gerecht werden.

Diese berufliche Fortbildung ist also auch Selbsterfahrung, kann und soll aber eine Eigentherapie nicht ersetzen. Eine solche kann sich während der Ausbildung als sinnvoll oder notwendig erweisen und von den Ausbildungsleiter/innen empfohlen bzw. zur Bedingung für die Teilnahme gemacht werden. Generell sind eigentherapeutische Erfahrungen vor Beginn der Ausbildung und vor allem ausbildungsbegleitend hilfreich. Zum einen kann nicht jedes problematische persönliche Muster, das in den Seminaren einer Teilnehmerin oder einem Teilnehmer ins bewusste Erleben tritt, dort auch bearbeitet werden. Zum anderen brauchen manche Themen einen Rahmen „unter vier Augen“. Und schließlich bietet Eigentherapie am unmittelbarsten die Chance zu erfahren und somit zu lernen, wie Therapie »funktioniert«. Wir empfehlen deshalb allen Teilnehmer/innen der therapeutischen Ausbildungen eine begleitende Eigentherapie von 25 Stunden. Um die unterschiedlichen Vorerfahrungen und persönlichen Gegebenheiten berücksichtigen zu können, verlangen wir ein Pflicht-Minimum von 15 Stunden Therapie oder Supervision, in dem der Schwerpunkt eher therapeutisch oder supervisorisch ausgerichtet sein kann, je nachdem, was der persönlichen und beruflichen Entwicklung dienlich ist.

Wie hoch ist der Praxisanteil in den Seminaren?

Wie hoch ist der Praxisanteil in den Seminaren?

Wir wollen Sie mit der Umsetzung des in der Ausbildung Gelernten in die Praxis nicht allein lassen. In allen Seminaren gibt es viele praktische Einheiten, in denen Sie sich als Therapeut/in erproben können. Bestandteil jeder Fortbildung sind außerdem begleitende gestalterische Kurse, Praktika und Übungsseminare.

Ist es schwierig, einen Praktikumsplatz zu finden?

Ist es schwierig, einen Praktikumsplatz zu finden?

Für Teilnehmer der 2. Stufe (Practitioner) ist ein Praktikum erforderlich. Fast immer geht das leichter, als die Teilnehmer/innen erwarten. Sie suchen sich Ihre Praktikumsstelle selbst. Wenn Sie wollen, helfen wir mit Tipps und Adressen. Wir und Ihre Kolleg/innen der Fortbildungsgruppe unterstützen Sie darin, herauszufinden, welche Praktikumsstelle, welche Klientel usw. eine gute Herausforderung für Ihre ersten Schritte in die kreativtherapeutische Arbeit sein könnte. Bei der Konzeptentwicklung stehen Ihnen die Dozent/innen und Ihre regionale Arbeitsgruppe mit Rat und Tat zur Seite.

Vielleicht wollen Sie sich mit dem Praktikum an eine Klient/innengruppe herantrauen, die Sie schon immer interessiert hat? Vielleicht wollen Sie mit den Menschen, mit denen Sie täglich arbeiten, einmal etwas Besonderes ausprobieren? Vielleicht trauen Sie sich mit einem freien Gruppenangebot ganz aus festgelegten Rahmen? So oder so –  fast alle Fortbildungsteilnehmer/innen beteuern, wie wichtig das Praktikum ist, wie sehr es sich lohnt, die mit ihm verbundenen Aufregungen und Mühen zu durchleben.

Was kann man mit den Ausbildungen beruflich machen?

Was kann man mit den Ausbildungen beruflich machen?

Mit den in den Basics-Ausbildungen erworbenen Kompetenzen können Sie in Ihre berufliche Tätigkeit Elemente der Tanz-, Musik- und Kunsttherapie integrieren. Wenn Sie tänzerische, musikalische oder gestalterische Gruppen anleiten, können Sie Ihr Angebot um erlebnisöffnende Einheiten erweitern.
Tanz-, Musik- und Kunsttherapeut/innen arbeiten allein oder in interdisziplinären Teams mit einem breiten Klientel: mit Menschen aller Altersstufen, mit Menschen in und außerhalb sozialer und klinischer Einrichtungen, mit neurologisch Kranken (vor allem nach Schlaganfällen), psychosomatisch Kranken, Krebskranken, Rheumakranken, Altersverwirrten, Strafgefangenen, Drogen- und Alkoholabhängigen, geistig, körperlich und psychisch Behinderten, mit Kindern, die in Schwierigkeiten sind oder die mit Erwachsenen Schwierigkeiten haben ...

Es gibt unserer Meinung nach keine Zielgruppe und kein Arbeitsfeld, in dem Tanz-, Musik- und Kunsttherapie nicht sinnvoll eingesetzt werden kann. Besondere Schwerpunkte ergeben sich überall dort, wo Tanz-, Musik- und Kunsttherapie über die verbale Sprache hinaus Zugänge zu Menschen eröffnet.

Kreative Therapie mit Kindern und Jugendlichen wird eingesetzt von Beratungslehrer/innen und in der Schulsozialarbeit, in der stationären und offenen Kinderarbeit, in Kindergärten und -heimen, in der Jugendhilfe und anderen Feldern institutioneller und selbständiger Kinder- und Jugendarbeit.

Soziotherapie wurde in einem eigenen Paragrafen (§ 37a, SGB V) erstmalig in den Leistungskatalog der Krankenkassen als Leistung für schwer psychisch Kranke aufgenommen. Seit dem 1.1.2000 kann ein Arzt/eine Ärztin unter bestimmten Bedingungen, die von den Kassen und Ärztekammern festgelegt werden, für diesen Personenkreis Soziotherapie verschreiben, die von der Krankenkasse bezahlt wird.

Wir wollen und können natürlich nicht zu viel versprechen: Die Arbeitsmöglichkeiten hängen nicht nur von der Ausbildung ab, sondern auch vom Arbeitsmarkt, von den Mitteln, die sozialen Einrichtungen zur Verfügung stehen, von den Fähigkeiten der Einzelnen und ein bisschen auch vom Glück. Wir versprechen Ihnen gutes Handwerkszeug mitzugeben, um Ihre Chancen auf eine erfüllende berufliche Tätigkeit zu vergrößern.

Kann man sich auch selbständig machen?

Kann man sich auch selbständig machen?

Ein Drittel der Absolvent/innen arbeitet in seinem alten Berufsfeld weiter, manchmal auch in der gleichen Institution, aber besser und kreativer als vorher. Und zumindest zum Teil anders. Sie bieten zum Beispiel in der Schule oder Kindertagesstätte tanz-, musik- oder kunsttherapeutische Gruppen oder Einzelarbeit für Kinder mit besonderen Schwierigkeiten an.

Ein weiteres Drittel reduziert die Stundenzahl seiner Arbeit als Angestellte in einer Klinik oder sozialen Einrichtung oder den Umfang der Kurse, die sie als Tänzer/in, Musiker/in, Künstler/in geben, und baut daneben, freiberuflich ein zweites Standbein als Anbieter/in von Gruppen und Einzelarbeit in Tanz- und Bewegungs-, Musik- und Kunsttherapie oder Kreativer Kinder- und Jugendlichentherapie auf.

Ein Drittel findet ein neues berufliches Arbeitsfeld z. B. als Musiktherapeut/in in einer Klinik oder als Tanz- und Bewegungstherapeutin in einer Rehabilitations-Einrichtung oder macht sich ganz selbständig. Das ist sicherlich kein leichter Weg. Er bedarf der Zähigkeit und des Durchsetzungsvermögens. Viele von denen, die sich selbständig machen, schließen an die Basics- und Practitioner Ausbildung die 3. Stufe „Psychotherapie – Kreative Leintherapie“ an, um ihre Kompetenzen zu vertiefen und zu erweitern.

In welchen Verbänden ist die Zukunftswerkstatt therapie kreativ Mitglied?

In welchen Verbänden ist die Zukunftswerkstatt therapie kreativ Mitglied?

Die Zukunftswerkstatt therapie kreativ ist Mitglied der
DFKGT (Kunsttherapie), der DMtG (Musiktherapie) und des BTD
(Tanztherapie) und der DGSP (Psychiotherapie). Nähere Informationen finden Sie hier.