SMEI-Therapie/Demenz
An Demenz erkrankte Menschen leben in einer „eigenen Welt“, die zu verstehen und zu erreichen schwierig ist. Ziel im täglichen Umgang ist es, gerade diesen Kontakt zu ermöglichen, um daraus Wege für ein Miteinander zu erschließen, Bedürfnisse der Betroffenen aufzugreifen und „Ventile“ für die große Bandbreite der in dieser Innenwelt durchlebten Gefühle zu finden. Voraussetzung dafür ist jedoch, sich zunächst grundsätzlich in diese „eigene Welt der Demenz“ hineinversetzen zu können und zu spüren, wie Demenzkranke sich und die Welt erleben. Dr. Udo Baer (Dipl.-Pädagoge, Leiter des Instituts für Gerontopsychiatrie der Zukunftswerkstatt therapie kreativ) hat in einem Forschungsprojekt das Erleben demenzkranker Menschen systematisch untersucht und sich dabei vor allem auf Ergebnisse moderner Hirnforschung und Leibphänomenologie („Leib“ meint den sich erlebenden Menschen) gestützt. Auf der Grundlage der Ergebnisse hat er ein therapeutisches Modell entwickelt, medizinische, erlebensorientierte und pflegerische Ansätze integriert und vor allem das Verständnis der Erkrankten vertieft sowie Möglichkeiten des Zugangs erweitert. Dieses Konzept heißt SMEI (Senso-Motorische Erlebniszentrierte Interaktion). Um dieses Knowhow weiter zu entwickeln und weiter zu verbreiten, hat die Zukunftswerkstatt therapie kreativ gemeinsam mit Wissenschaftlern und Fachleuten aus der Praxis das Institut für Gerontopsychiatrie gegründet. Das Ziel des Instituts ist, Forschung sowie Aus- und Weiterbildung im Bereich der Gerontopsychiatrie zu entwickeln, miteinander zu verzahnen und der Öffentlichkeit nahe zu bringen. Wichtige Anliegen sind,
- alle Aktivitäten und Angebote des Instituts für Gerontopsychiatrie an der Würde der Erkrankten und an der Würde der Helfenden zu orientieren;
- die Innenwelten der erkrankten Menschen ernst zu nehmen, nicht nur auf einzelne Symptome zu schauen, sondern zu beachten, wie sie sich und ihre Welt erleben, und daran anzuknüpfen;
- die nonverbalen Möglichkeiten kreativen Ausdrucks und kreativen Kontaktes zu nutzen, wo Worte allein nicht reichen.
Ziele von SMEI
Menschen, die unerreichbar scheinen, zu erreichen und Methoden bereit zu stellen, an ihnen „andocken“ zu können
- bei eingeschränkter Orientierung das Gerichtetsein zu fördern,
indem Fähigkeiten qualitativer Bewertung entwickelt
werden - dem sozialen Rückzug entgegenzuwirken durch kreative Ausdrucks-und Kontaktmöglichkeiten
- wenn die kognitiven Gedächtnisfähigkeiten schwinden, das
Körpergedächtnis, das soziale und emotionale Gedächtnis,
das Gedächtnis der Sinne usw. zu nutzen.
Die Seminare:
- Innenwelten der Demenz
Die Hauptelemente des Erlebens der Menschen mit Demenz
werden erschlossen und über die SMEI-Diagnostik nutzbar
gemacht. - Trauern und andere Gefühle
Zusammenhänge zwischen Demenz, Trauer, Wut und anderen
Gefühlen werden herausgearbeitet und Wege der Bewältigung
gezeigt. - Kontakt mit dem Unerreichbaren
Kreativ-therapeutische Zugänge über qualitative Sinnesarbeit,
Identifikationen („Idole“), Wertschätzungsübungen und
andere SMEI-Hauptmethoden werden vorgestellt und
geübt. - Sanfter Tanz und Gerichtetsein
Der Sanfte Tanz ist ein für die Arbeit mit alten Menschen
entwickeltes Verfahren, das insbesondere bei Demenz und
Altersdepression das Gerichtetsein, also die Fähigkeit, Interesse
und andere lebendige Impulse nach außen zu richten
und eine Orientierung einzuhalten, fördert bzw. wiederbelebt. - Resonanzen
Die Arbeit mit Menschen mit Demenz ruft in den Begleitenden
vielfältige und oft tiefgreifende Echos hervor. In diesem
Seminar werden Resonanzmodelle vorgestellt. Gleichzeitig
wird in einem Screening eine Bilanz der Fachfortbildung gezogen.
Für wen?
Die Fachfortbildung ist offen für alle interessierten Fachkräfte. Angesprochen werden v.a. Mitarbeiter/innen sozialer Dienste, Pflegende sowie Therapeut/innen und andere Fachkräfte, die ihre Tätigkeit um die Arbeit mit Menschen mit Demenz erweitern wollen.
Termine Fachfortbildung Gerontopsychiatrie
| Veranstaltung | Kategorie | Leitung | Termin | Ort |
|---|---|---|---|---|
| Sterbebegleitung | Gerontotherapie, Fachfortbildungen | Christiane Hecker |
10.09.2010 12.09.2010 | Neukirchen-Vluyn, Zukunftswerkstatt Neukirchen-Vluyn |
| Würdigende Biografie- und Sinnesarbeit | Gerontotherapie, Fachfortbildungen | Carmen Schröder-Meißner |
10.09.2010 12.09.2010 | Meerbusch-Osterath, Zukunftswerkstatt Meerbusch |
| Kreative Gerontopsychiatrie SMEI | Gerontotherapie, Fachfortbildungen ![]() |
Gabi Schotte |
05.11.2010 07.11.2010 | Hattingen, HAZ Arbeit + Zukunft |
| Kreative Gerontopsychiatrie SMEI | Gerontotherapie, Fachfortbildungen | Nele Langeheine |
12.11.2010 14.11.2010 | Hannover, Praxisgemeinschaft Rühmkorffstraße |
| Kreative Gerontopsychiatrie SMEI | Gerontotherapie, Fachfortbildungen | Nele Langeheine |
19.11.2010 21.11.2010 | Schwabach, Tanztheater Siebenmorgen |
| Würdigende Biografie- und Sinnesarbeit | Gerontotherapie, Fachfortbildungen | Gabi Schotte |
04.02.2011 06.02.2011 | Hattingen, HAZ Arbeit + Zukunft |
| Kreative Gerontopsychiatrie SMEI | Gerontotherapie, Fachfortbildungen | Carmen Schröder-Meißner |
25.03.2011 27.03.2011 | Aachen , Bildungswerk Aachen |
Wissenwertes
Dauer: 12 Monate
Umfang: 5 Wochenendseminare
Kosten: Anmeldegebühr: 50,- €, 12 monatliche Raten à 80,- €
Besonderheiten zum Abschluss
Bei erfolgreicher Teilnahme an allen 5 Seminaren der Fortbildung erhalten Sie das Zertifikat „Kreativ-Gerontologische Fachkraft mit dem Schwerpunkt SMEI“.
Wer beide Fachfortbildungen „Kreative Gerontopsychiatrie (SMEI)“ und „Würdigende Biografie- und Sinnesarbeit“ erfolgreich absolviert, erhält den Titel: „Kreative/r Gerontotherapeut/in nach SMEI“.
Der Abschluss als Kreative/r Gerontotherapeut/in nach SMEI ist den anderen Ausbildungen der Zukunftswerkstatt therapie kreativ in der Basics-Stufe gleichgestellt. Sie haben also damit die Möglichkeit, in die Stufe 2 der 3-stufigen Ausbildung einzusteigen und eine Ausbildung zur/zum Tanz- und Bewegungs-, Musikoder Kunsttherapeutin bzw. -therapeuten fortzuführen.
Wer schon eine mindestens zweijährige therapeutische Ausbildung mit Selbsterfahrungs- und Supervisionsanteilen absolviert hat, kann nach der Fachfortbildung Kreative Gerontopsychiatrie (SMEI) mit einer zusätzlichen Prüfung (Praxisbericht) den Titel „Kreative/r Gerontotherapeut/in nach SMEI“ erwerben.






Seitenanfang
Seite drucken