Traumatisierte Kinder sowie Kinder sucht- bzw. psychisch erkrankter Eltern

Der Inhalt
Diese Fortbildung qualifiziert Therapeut/innen und andere Fachkräfte für die Arbeit mit belasteten Kindern und Jugendlichen in belasteten Familien. Darunter verstehen wir Kinder und Jugendliche, die traumatische Erfahrungen v. a. sexueller Gewalt erleben mussten oder in Familien leben, in denen ein Elternteil (oder mehrere) psychisch erkrankt oder/und alkoholkrank sind. Die Fachfortbildung vermittelt das besondere fachliche Know-how für die Arbeit mit diesen Kindern.
Das Konzept
Kinder psychisch- bzw. suchtkranker Eltern sind alltäglich extremen Krisen ausgesetzt, die verleugnet werden und deren Erleben sie in der Regel vollkommen überfordert. Die meisten Kinder und Jugendlichen leiden stumm, verdeckt und unerkannt. So nehmen nur 14% aller Alkoholerkrankten je therapeutische Hilfe in Anspruch. Ihre Kinder laufen dadurch Gefahr, auf der Strecke zu bleiben. Auch traumatisierte Kinder und Jugendliche, die sexuelle Gewalt erleben mussten, bleiben oft damit allein und können aus ihrem meist stillen Leid zumeist keine Wege heraus finden. All diese Kinder brauchen Unterstützung:
- Information und Ent-Tabuisierung.
- Sie brauchen Austausch mit anderen Kindern, um aus ihrer Isolation heraus zu kommen und neue Bewältigungsstrategien zu erproben.
- Sie brauchen Halt und emotional-stabile Bindung.
- Sie brauchen Abbau von Verantwortung und De-Parentisierung.
- Sie brauchen Möglichkeiten, einfach Kind zu sein und wieder spielen zu lernen.
- Sie brauchen kreative Medien, um Wege des Ausdrucks von innen nach außen möglich werden zu lassen, um zur Sprache bringen zu können, was unaussprechlich scheint.

Die Ergebnisse von Forschungsprojekten zu diesem Thema (Baer, Barnowski-Geiser, Frick-Baer, Remke und anderen) und langjährige praktische Erfahrungen (u. a. auch des DRACHENFLUG-Projektes) zeigen, dass insbesondere kreative Zugänge hilfreich sein können – für Therapeut/innen und andere nichttherapeutische Fachkräfte und v. a. für die betroffenen Kinder.
Die Fortbildung besteht aus fünf Seminaren, die innerhalb eines Jahres in einer fortlaufenden Gruppe absolviert werden.
- Kinder und Jugendliche in Familien mit Alkoholkranken
- Kinder und Jugendliche in Familien mit psychisch erkrankten Eltern
- Was traumatisierte Kinder brauchen
- Tabu – Leere – Gefühle: Umgang mit Besonderheiten des Erlebens / das System Jugendhilfe
- Screening: De-Parenting – wie Kinder wieder kindlich werden
Bestandteil der Fortbildung ist das Durcharbeiten von Skripten und Fachliteratur zur theoretischen Vertiefung.
Die Fachfortbildung wendet sich an Mitarbeiter/innen der Jugendhilfe, Erzieher/innen und andere Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit (etwa im Heimbereich oder im Offenen Ganztag) sowie an Therapeut/innen, die sich für diesen Fachbereich besonders qualifizieren möchten. Für Teilnehmer/innen der Ausbildung in Kreativer Leibtherapie (Stufe 3) ist diese Fortbildung als fachtherapeutisches Modul anerkannt.
50,- Euro Anmeldegebühr sowie 12 Raten á 90, Euro.
Abschluss und Organisation
Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie ein Zertifikat. Dies setzt die Teilnahme an allen fünf Seminaren voraus. Jedes Wochenendseminar beginntin der Regel am Freitag um 18.00 Uhr und endet am Sonntag um 13.30 Uhr. Die maximale Gruppengröße beträgt 16 Teilnehmer/innen. Die Fachfortbildung kann auch mit anderen Arbeitszeiten als Inhouse-Fortbildung für Einrichtungen der Jugendhilfe und anderen Institutionen angeboten werden.


